
Lauch im Hochbeet anbauen
Lauch ist ein vielseitiges Gemüse, das sich gut für den Anbau im Hochbeet eignet. Mit einer guten Vorbereitung des Beetes und der richtigen Pflege können Sie köstlichen und gesunden Lauch direkt in Ihrem Garten genießen. Lauch, auch Porree genannt, gehört zu den Lauchgewächsen und steht lange auf dem Beet: Sommerlauch braucht von der Aussaat bis zur Ernte rund fünf Monate, Winterlauch acht bis zehn. Diese lange Standzeit spricht für das Hochbeet, denn dort erwärmt sich die Erde im Frühjahr früher, sodass junge Pflanzen zügig anwachsen. Zugleich trocknet ein Hochbeet schneller aus als ein ebenerdiges Beet, und Lauch quittiert Trockenheit mit dünnen, harten Schäften. Wer das im Blick behält, erntet Stangen von drei bis fünf Zentimetern Durchmesser mit einem langen weißen Teil.
Lauch im Hochbeet anbauen & los geht's
Schritt 1: Hochbeet vorbereiten
Wählen Sie einen sonnigen Standort für Ihr Hochbeet und füllen Sie es mit einer Mischung aus hochwertiger Gartenerde und reifem Kompost. Lauch ist ein Starkzehrer, verlangt also viele Nährstoffe, und gehört deshalb in das erste oder zweite Jahr nach dem Befüllen des Hochbeets, wenn die Zersetzung der unteren Schichten noch reichlich nachliefert. In älteren Beeten arbeiten Sie vor dem Pflanzen drei bis fünf Liter reifen Kompost je Quadratmeter und etwa 80 Gramm Hornspäne flach ein. Der pH-Wert darf bei 6,5 bis 7,5 liegen, saure Erde mögen Lauchgewächse nicht. Wichtig ist außerdem die Tiefe: Der Schaft wird später tief gepflanzt oder angehäufelt, deshalb sollten mindestens 30 Zentimeter lockere, steinfreie Erde zur Verfügung stehen. Prüfen Sie zu Saisonbeginn den Füllstand, denn die Füllung sackt jedes Jahr um einige Zentimeter und will aufgefüllt werden.
Schritt 2: Aussaat oder Pflanzung
Sie können Lauch aus Samen oder Setzlingen anbauen. Säen Sie die Samen in Reihen oder setzen Sie vorgezogene Setzlinge in gut vorbereitete Löcher im Hochbeet. Für Sommerlauch säen Sie ab Ende Februar im Haus bei 18 bis 20 Grad aus, einen Zentimeter tief; die Keimung dauert zwei bis drei Wochen. Ab Mitte Mai kommen die Jungpflanzen ins Beet, sobald sie bleistiftdick sind. Winterlauch wird im März bis April gesät und im Juni oder Juli gepflanzt, gern nach einer früh geernteten Vorkultur wie Salat oder Radieschen. Kürzen Sie die Wurzeln vor dem Pflanzen auf etwa zwei bis drei Zentimeter und die Blattspitzen um ein Drittel, das verringert die Verdunstung, bis die Pflanze wieder Wurzeln gebildet hat. Stechen Sie dann mit einem Pflanzholz 15 Zentimeter tiefe Löcher, stellen Sie je einen Setzling hinein und drücken Sie die Erde nicht an: Es wird nur kräftig angegossen, sodass von selbst etwas Erde einschlämmt. In dem so verbleibenden Hohlraum kann sich der Schaft ungehindert verdicken und bleicht bereits aus. Halten Sie 15 Zentimeter Abstand in der Reihe und 30 Zentimeter zwischen den Reihen; im Hochbeet lässt sich die Fläche gut ausnutzen, indem Sie Möhren dazwischensetzen, deren Duft die Zwiebelfliege ablenkt, während der Lauchgeruch die Möhrenfliege stört.
Schritt 3: Pflege
Halten Sie das Hochbeet gut bewässert und düngen Sie nach Bedarf mit organischem Dünger. Mulchen Sie den Boden, um Feuchtigkeit zu bewahren und Unkraut zu reduzieren. Gleichmäßigkeit zählt dabei mehr als Menge: In Trockenphasen genügen im Sommer etwa zehn bis fünfzehn Liter je Quadratmeter zweimal wöchentlich, dafür durchdringend gegossen und nicht täglich oberflächlich. Weil die erhöhte Erde von allen Seiten Luft bekommt, trocknet sie schneller ab als ebenerdig; eine Mulchschicht aus angetrocknetem Rasenschnitt oder feinem Häcksel von zwei bis drei Zentimetern gleicht das spürbar aus. Nachgedüngt wird zweimal, etwa vier und acht Wochen nach der Pflanzung, mit Brennnesseljauche im Verhältnis eins zu zehn oder mit einem organischen Gemüsedünger. Ab September sollten Sie mit Stickstoff aufhören, sonst bleibt das Gewebe weich und friert im Winter leichter zurück. Halten Sie die Reihen unkrautfrei und lockern Sie die Erde flach, damit sie nicht verkrustet.
Schritt 4: Anhäufeln und Bleichen
Häufeln Sie den Boden um die Pflanzen leicht an, um den weißen Anteil der Lauchstangen zu vergrößern. Der Schaft bleicht überall dort aus, wo kein Licht hinkommt, und je länger dieser weiße Teil ist, desto milder und zarter schmeckt er. Beginnen Sie damit, sobald die Pflanzen daumendick sind, und ziehen Sie danach alle zwei bis drei Wochen jeweils drei bis fünf Zentimeter Erde nach, bis knapp unter die Stelle, an der sich die Blätter gabeln. Häufeln Sie nie höher, und schütten Sie keine Erde zwischen die Blätter, sonst knirscht der Lauch später beim Essen und lässt sich kaum noch reinigen. Am besten gelingt es an trockenen Tagen, wenn die Erde krümelt. Im Hochbeet ist zu bedenken, dass für das Anhäufeln Material gebraucht wird und der Füllstand ohnehin jährlich sackt; halten Sie deshalb etwas Erde oder reifen Kompost zum Nachfüllen bereit, oder pflanzen Sie von vornherein tief in die zuvor beschriebenen Löcher, dann ersetzt das Pflanzloch einen Teil der Häufelarbeit.
Schritt 5: Ernte
Ernten Sie den Lauch, wenn die Stangen einen angemessenen Durchmesser erreicht haben. Verwenden Sie eine Grabgabel oder schneiden Sie die Stangen direkt ab. Sommerlauch ist von August bis Oktober so weit und erreicht drei bis fünf Zentimeter Durchmesser; Winterlauch bleibt oft schlanker und dunkler im Laub, ist dafür bis etwa minus 15 Grad frosthart und wird von November bis in den März hinein geerntet. Ziehen Sie die Stangen nicht am Laub heraus, sondern heben Sie sie mit der Grabgabel seitlich an, sonst reißt der Schaft. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass Lauch nicht auf einmal geerntet werden muss: Sie nehmen sich, was Sie brauchen, und lassen den Rest im Beet stehen, wo er sich besser hält als im Kühlschrank. Bei durchgefrorenem Boden warten Sie ein bis zwei Tage Tauwetter ab. Das Hochbeet hilft hier doppelt, weil der Rand die Erde etwas wärmer hält und Sie im Stehen ernten, ohne im nassen Winterboden zu knien.
Schritt 6: Fruchtwechsel beachten
Um Bodenkrankheiten vorzubeugen, pflanzen Sie Lauch nicht auf demselben Beet wie andere Allium-Gewächse für die nächsten paar Jahre. Zu dieser Verwandtschaft, den Lauchgewächsen, zählen Zwiebel, Knoblauch, Schalotte und Schnittlauch; sie alle teilen sich dieselben Krankheiten und Schädlinge. Halten Sie deshalb drei bis vier Jahre Anbaupause ein, sonst reichern sich Weißfäule, Stängelälchen und die Larven der Zwiebelfliege in der Erde an. Notieren Sie sich, was in welchem Jahr wo stand, denn im Hochbeet mit seiner überschaubaren Fläche verliert man das schnell aus dem Blick. Zu beachten sind außerdem zwei Schädlinge, die den Lauch oberirdisch befallen: Die Lauchmotte fliegt in zwei Wellen im Mai und im Juli, ihre Raupen fressen Fenster und Gänge in die inneren Blätter; die Lauchminierfliege ist im April und im Frühherbst unterwegs und hinterlässt Reihen weißer Punkte. Gegen beide hilft dasselbe, nämlich ein Kulturschutznetz mit 0,8 Millimeter Maschenweite, das von der Pflanzung an aufliegt. Ein Hochbeet mit geradem Metallrand ist dafür wie geschaffen, weil das Netz rundum dicht am Rand anliegt und sich mit Klammern befestigen lässt; ebenerdig gelingt dieser lückenlose Abschluss kaum. Die Beetwand allein hält dagegen keine Schnecken ab, die sich sonst gern an jungen Lauchpflanzen vergreifen; wirksamen Schutz bietet nur eine speziell nach außen und unten gekantete Oberkante.
Mit diesen Schritten sollten Sie in der Lage sein, erfolgreich Lauch in Ihrem Hochbeet anzubauen. Beachten Sie immer die spezifischen Anforderungen Ihrer Region und passen Sie die Pflege entsprechend an. Wer im Frühjahr Sommerlauch und im Sommer Winterlauch setzt, hat von August bis zum folgenden März durchgehend Nachschub, und die Fläche bleibt in einer Jahreszeit belegt, in der das Hochbeet sonst leer steht.


